Persönliche Einblicke in die Bibel v.l.: Mit Landrat Meinolf Haase, Intendantin Kirsten Uttendorf, Moderator Andreas Duderstedt, Stephan Prinz zur Lippe, Professor Dr. Jürgen Krahl.

Freude an der Bibel

Prominente in Lippe geben Einblicke in ihren Glauben

Kreis Lippe/Detmold. Großes Interesse gab es an der Veranstaltung „Bibel im Gespräch“ der Lippischen Bibelgesellschaft. Der Saal im Gemeindehaus am Markt in Detmold war voll besetzt, als prominente Lipper ihre Lieblings-Bibelstellen vorlasen und im Gespräch mit Moderator Andreas Duderstedt erzählten, welche Bedeutung diese für sie haben.

Der scheidende Vorsitzende der Lippischen Bibelgesellschaft, Landessuperintendent i.R. Dietmar Arends, hatte die Idee zu dem Abend. Landrat Meinolf Haase, Intendantin Kirsten Uttendorf (Landestheater Detmold), Stephan Prinz zur Lippe und Professor Dr. Jürgen Krahl (Präsident TH OWL) waren der Einladung zu diesem „komplett neuen Format“, wie es Meinolf Haase mit einem Augenzwinkern angesichts seiner sonstigen politischen Gremienarbeit nannte, gerne gefolgt.

„Der christliche Glaube begeistert mich mein Leben lang“, erläuterte er. Als Bibelstelle hatte Meinolf Haase 1. Petrus 4,10 gewählt: „Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.“  Wichtig sei ihm, dass alle ihre Gaben zur Stärkung der Gemeinschaft einsetzen, jeder Verantwortung übernimmt „und dass wir uns unter Mitmenschen gegenseitig unterstützen und helfen. Denn nur eine starke Gemeinschaft kann mit Veränderungen umgehen und sie bewältigen.“

Intendantin Kirsten Uttendorf hatte ausgewählt und las: „Achtet also sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt: Nicht voller Dummheit, sondern voller Weisheit. Macht das Beste aus eurer Zeit.“ (BasisBibel Epheser 5, 15-16) Sie berichtete, dass sie katholisch geprägt aufwuchs und auch heute der katholischen Kirche angehöre. Aus dem Zitat nehme sie mit, die Zeit zu nutzen. Im Dialog, mit Impulsen, mit anderen Menschen. „Wie Du Dein Leben angehst, wie Du es anfasst. Macht das Beste aus eurer Zeit.“ Am Theater habe sie immer wieder in Stücken mit Bibelzitaten zu tun. „Ich achte darauf, dass sie nicht übergangen werden, dass eine Auseinandersetzung damit erfolgt.“

Den Taufspruch eines seiner Söhne hatte Stephan Prinz zur Lippe gewählt: 1. Mose 32, 27: „Und er sprach: Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber Jakob antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.“ Jakob ringt hier mit seinem Angreifer, ein Engel vielleicht oder Gott selbst, hält ihn fest und fordert den Segen ein, den er auch erhält. Viele Gedanken hätten er und seine Frau sich im Vorfeld der Taufe darüber gemacht „Für uns bedeutete das: wir lassen unsere Kinder erst gehen, wenn sie uns gesegnet haben.“ Gleichzeitig seien sie selbst mit ihren Kindern gesegnet. Zudem würde Jakobs Kampf den eigenen inneren Kampf verdeutlichen: „Ich bin ja in meinem Glauben nicht immer frei von Zweifel“.

Diese Stelle fasziniert auch Professor Jürgen Krahl. „Jakob kämpft und verhandelt mit Gott. Es geht nicht nur um Ergebenheit. Wir können mit Gott reden!“ An dieser Stelle tauche zudem das erste Mal der Name Israel in der Bibel auf, denn der Angreifer sagt zu Jakob: „Israel sollst Du heißen.“ Professor Krahl wies auf die Bedeutung des jüdisch-christlichen Menschenbildes für die Grundlagen unserer Gesellschaft hin: „Das sollten wir nicht vergessen, das Judentum ist unsere Wurzel.“  Geprägt habe ihn sein Konfirmationsspruch, Psalm 86,11: „Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte“. Jürgen Krahl: „Viele Dinge kann ich mit Gott besprechen, am Ende muss ich selbst entscheiden. Aber ohne diese Rückversicherung wäre das Leben für mich schwieriger.“

Danielle Mucha begleitete den Abend ausdrucksstark am Klavier, zum Abschluss erläuterte Pfarrer i.R. Burkhard Krebber die Anliegen der Lippischen Bibelgesellschaft – Verbreitung der Bibel und Freude an der Bibel. Weitere Infos: www.lippische-bibelgesellschaft.de.

09.10.2026